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Warum helfen

Es hat sich gezeigt, dass es notwendig ist, den Blick auf die aktuelle Situation in Indien zu lenken, um die Notwendigkeit der Maßnahmen verständlich zu machen. Nach wie vor leben dort mit 200 Millionen Menschen die meisten Hungerleidenden weltweit.

Abseits der boomenden Metropolen wie Delhi, Mumbai oder Bangalore und der Tourismuszentren trifft man auf das eigentliche Indien: Dörfer ohne Elektrizität und fließend Wasser, zeltähnliche Behausungen am Straßenrand, Bildungsarmut und Arbeitslosigkeit. Viele Menschen sind als Folge von Mangelernährung oder fehlender medizinischer Behandlung verkrüppelt.

Benachteiligte Landbevölkerung

Über 60% der indischen Bevölkerung leben noch von der Landwirtschaft, obwohl diese kein nennenswerter Wirtschaftsfaktor mehr ist. Die Böden sind ausgelaugt und durch Pestizide vergiftet. Viele Bauern verschuldeten sich zu horrenden Zinssätzen für angeblich besseres, westliches Saatgut, das leicht dem heftiger gewordenen Monsun oder der Dürre zum Opfer fällt. Eine Kette von Bauernselbstmorden alarmierte die indische Öffentlichkeit. Mangels Bildung haben sie kaum berufliche Alternativen und damit keine Aussicht auf ein geregeltes Einkommen.

Staatliche Maßnahmen

Es gibt wohlgemeinte staatliche Ernährungs-, Beschäftigungs- und Bildungsprogramme, doch sie scheitern oft in der Praxis. Die Menschen sind skeptisch gegenüber den Politikern aufgrund der Korruption. Nur wenig kommt bei den Bedürftigen an. Diese sind zu unwissend, um ihre Rechte einzufordern. Viele sind überhaupt Analphabeten. In einigen Gegenden führt die Not zu massiven Alkohol- und Drogenproblemen, die die Situation in den Familien noch verschlimmern.

Soziale Diskriminierung

Darüber hinaus prägen jahrhundertealte Vorurteile das Denken, wie das immer noch nicht überwundene Kastensystem und die Geringschätzung der Frau. Wenn sie überhaupt in die Schule gehen können, werden Kinder aus niederen Kasten bewusst oder unbewusst von den Lehrern benachteiligt und bleiben dadurch öfter der Schule fern. Es kommt nicht selten vor, dass staatliche Lebensmittelrationen von den Zuständigen lieber an das Vieh verfüttert werden, weil man den Armen und ‚Unberührbaren‘ nicht begegnen will. Mädchen werden sehr häufig abgetrieben, weil ihre Mitgift später zu teuer wird. Lässt man sie aufwachsen, gilt die Einstellung, eine Ausbildung für Mädchen lohne sich nicht.

 

Solange dieser Zustand andauert, sind über Kontinente hinweg Mitmenschlichkeit und Solidarität gefordert.

Wir wollen die Probleme von der Wurzel her angehen. Da sie ineinandergreifen, liegt unser Augenmerk auf den Schwerpunkten Gesundheitsförderung, Bildung und Mädchen- und Frauenförderung.

Diese drei Bereiche beeinflussen sich wechselseitig: Krankheit bei fehlender Behandlung führt zu langfristigen Ausfällen bei der Arbeit und beim Schulbesuch. Arbeitsunfähigkeit bedeutet in den benachteiligten sozialen Schichten kein Geld und damit Hunger und Mangelernährung. Verhinderter Schulbesuch durch Krankheit oder durch Ausgrenzung, z.B. der Mädchen, wirkt sich auf die beruflichen Möglichkeiten und damit auf die grundlegenden Lebensbedingungen aus.
Mangelnde Bildung begünstigt alte Denkstrukturen und Verhaltensmuster. Das behindert gesellschaftliche Veränderungen wie z.B. die Gleichstellung der Frau. Damit entfällt u.a. auch zusätzliches Einkommen. Es ist statistisch erwiesen, dass in Ländern, in denen die Frauen Anteil an Bildung haben, die Armut weitaus geringer ist.

So kann man mit gezielten Maßnahmen doch einiges bewirken für Menschen, die in ihrer Gesellschaft nach wie vor ein Schattendasein führen. Oft kann schon eine kleine Spende helfen, die Weichen in ihrem Leben umzustellen und die Welt ein wenig zu verbessern.